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Mobbing und Mobbinghandlungen
Erfahrungsgemäß gibt es in Unternehmen/Organisationen unterschiedliche Auffassungen darüber, was Mobbing ist. Es besteht häufig Unsicherheit, ob in konkreten Fällen Mobbing vorliegt.

Erkennbar sind bei Mobbing die Handlungen. Sie sind ein möglicher Ansatzpunkt für Veränderungen. Denn sie führen zu den Akteuren und den Ursachen im System.

Mobbinghandlungen sind erkennbar
Mobbing offenbart sich in unterschiedlichen Mobbinghandlungen. Diese sind fast immer auch für Außenstehende erkennbar, denn man kann die Handlungen sehen, hören, fühlen. Mobbinghandlungen finden in einem arbeitsbezogenen Kontext statt. Dabei stecken die unternehmensspezifischen Gegebenheiten den Rahmen der Möglichkeiten ab. Hinzu kommt die “Kreativität” der handelnden Akteure.

Es gibt Handlungen, die in jedem Unternehmen stattfinden können (z.B. anschreien, Gerüchte verbreiten, zuviel Arbeit, etc.). Und es gibt Handlungen, die von den spezifischen Möglichkeiten abhängen, die den Akteuren geboten werden. Sie sind bedingt durch die Unternehmen (Branche) und die beteiligten Personen (Beruf/Position/Kenntnisse/Fähigkeiten).

Beispiele dazu sind: Medikamente vertauschen, Diagnosen fälschen,... (Gesundheitsbereich); in PCs einhacken und dort Arbeitsergebnisse fälschen, Viren in Computer einschleusen,... (setzt Computerkenntnisse voraus).

Achtung:
Handlungen/ Verhaltensweisen werden dann zu Mobbing, wenn sie zu einer ständigen Grenzverletzung beim Dialogpartner führen.

Was "Mobber/innen" so alles tun
In seiner 45er-Liste hat Heinz Leymann Mobbinghandlungen benannt, die laut seinen Untersuchungen besonders häufig vorkommen. Diese Liste konzentriert sich auf die individuelle Ebene. Sie umfaßt Handlungen, die im Grunde an jedem Arbeitsplatz passieren können. Alle anderen Mobbinghandlungen werden von ihr nicht erfaßt.

Die Liste sollte nur als Anhaltspunkt dienen. Sie können sie um eigene Punkte erweitern.

  1. Angriffe auf die Möglichkeit mich mitzuteilen:

    1. Der Vorgesetzte schränkt meine Möglichkeit ein, mich zu äußern.
    2. Ich werde ständig unterbrochen.
    3. Kollegen schränken meine Möglichkeit ein, mich zu äußern.
    4. Anschreien und lautes Schimpfen.
    5. Ständige Kritik an meiner Arbeit.
    6. Ständige Kritik am Privatleben.
    7. Telefonterror.
    8. Mündliche Androhungen.
    9. Schriftliche Androhungen.
    10. Kontaktverweigerung durch abwertende Blicke oder Gesten.
    11. Kontaktverweigerung durch Andeutungen, ohne daß man etwas direkt anspricht.

  2. Angriffe auf die soziale Beziehung:

    1. Man spricht nicht mehr mit mir.
    2. Man läßt sich nicht ansprechen.
    3. Versetzung in einen Raum weitab von den Kollegen.
    4. Den ArbeitskollegenInnen wird verboten, mich anzusprechen.
    5. Man behandelt mich wie Luft.

  3. Auswirkungen auf das soziale Ansehen:

    1. Hinter meinem Rücken wird schlecht über mich gesprochen.
    2. Man verbreitet Gerüchte.
    3. Ich werde lächerlich gemacht.
    4. Man verdächtigt mich, psychisch krank zu sein.
    5. Man will mich zu einer psychiatrischen Untersuchung zwingen.
    6. Man macht sich über meine Behinderung lustig.
    7. Man imitiert meinen Gang, Stimme oder Gesten, um mich lächerlich zu machen.
    8. Man greift meine politische oder religiöse Einstellung an.
    9. Man macht sich über mein Privatleben lustig.
    10. Man macht sich über meine Nationalität lustig.
    11. Man zwingt mich Arbeiten auszuführen, die mein Selbstbewußtsein verletzten.
    12. Man beurteilt meinen Arbeitseinsatz in falscher und kränkender Weise.
    13. Man stellt meine Entscheidungen in Frage.
    14. Man ruft mir obszöne Schimpfworte oder andere entwürdigende Ausdrücke nach.
    15. Sexuelle Annäherungen oder verbale sexuelle Angebote.

  4. Angriffe auf die Qualität der Berufs- und Lebenssituation:

    1. Man weist mir keine Arbeitsaufgaben zu.
    2. Man nimmt mir jede Beschäftigung am Arbeitsplatz, so daß ich mir nicht einmal Aufgaben ausdenken kann.
    3. Man gibt mir sinnlose Aufgaben.
    4. Man gibt mir Aufgaben, die weit unter meinem Können liegen.
    5. Man gibt mir ständig neue Aufgaben.
    6. Man gibt mir Aufgaben, die meine Qualifikation übersteigen, um mich zu diskriminieren.
    7. Man gibt mir kränkende Arbeitsaufgaben.

  5. Angriffe auf die Gesundheit:

    1. Zwang zu gesundheitsschädlichen Aufgaben.
    2. Androhung körperlicher Gewalt.
    3. Anwendung leichter Gewalt, z.B. jemandem einen „Denkzettel“ verpassen.
    4. Körperliche Mißhandlung.
    5. Man verursacht Kosten für mich, die mir schaden.
    6. Man richtet physischen Schaden im Heim bzw. am Arbeitsplatz an.
    7. Sexuelle Übergriffe.